WordPress oder Astro? Womit Ihre Website gebaut werden sollte

WordPress oder Astro: Was die Technik für Ladezeit, Wartung, Sicherheit und Kosten Ihrer Website bedeutet. Ehrlicher Vergleich für Betriebe.

Christopher Deutz · · 9 Min. Lesezeit

Wenn Sie eine neue Website planen, kommt irgendwann die Frage nach der Technik. WordPress oder Astro, das ist inzwischen die häufigste Entscheidung, die bei mir auf dem Tisch liegt. Für Sie als Inhaber ist das aber keine Technikfrage, sondern eine Alltagsfrage: Wie schnell lädt die Seite, wer kümmert sich um Updates, was kostet der Betrieb, und wie leicht ändern Sie selbst einen Text? Google misst die Ladezeit dabei recht knallhart. Der größte sichtbare Inhaltsblock soll in unter 2,5 Sekunden stehen. Ich zeige Ihnen, was hinter beiden Systemen steckt, wo WordPress weiterhin die richtige Wahl ist, und woran Sie erkennen, was zu Ihrem Betrieb passt.

Das Wichtigste in Kürze
  • WordPress baut jede Seite bei jedem Besuch neu zusammen, Astro liefert fertiges HTML aus. Daraus folgt fast alles andere.
  • Für Sie zählt das Ergebnis: kürzere Ladezeit, kein Login auf der ausgelieferten Seite, kaum Wartung, Hosting im kostenlosen Tarif möglich.
  • WordPress bleibt sinnvoll bei vielen Redakteuren, speziellen Plugins oder einer laufenden Seite, die einfach funktioniert.
  • Texte selbst pflegen geht bei beiden. Der Unterschied liegt nicht im Komfort, sondern im Wartungsaufwand dahinter.

Was WordPress und Astro technisch unterscheidet

Der Kern ist ein Zeitpunkt. WordPress setzt Ihre Seite in dem Moment zusammen, in dem ein Besucher sie aufruft: Datenbank abfragen, Plugins durchlaufen, HTML erzeugen. Astro erledigt genau diese Arbeit einmal vorab beim Veröffentlichen und legt fertige HTML-Dateien ab. Der Besucher bekommt eine Datei, kein laufendes Programm.

WordPress baut jede Seite neu zusammen

Ein WordPress-Server hält im Hintergrund immer etwas am Laufen: die PHP-Umgebung, die Datenbank, dazu jedes aktive Plugin. Das ist der Grund für die Flexibilität, denn Sie können jederzeit ein Formular, einen Kalender oder eine Buchungsfunktion dazustecken. Es ist gleichzeitig der Grund für den Aufwand. Jedes dieser Teile bekommt Updates, und Updates können sich gegenseitig stören. Wer schon einmal nach einem Plugin-Update eine kaputte Startseite hatte, weiß, was ich meine.

Astro backt die Seite einmal fertig

Bei Astro läuft der Zusammenbau auf meinem Rechner oder auf einem Build-Server, nicht bei Ihrem Besucher. Das Ergebnis sind statische Dateien, die weltweit auf Servern verteilt liegen. Es gibt in diesem Auslieferungspfad keine Datenbank und keine PHP-Verarbeitung. Interaktive Teile wie ein Kontaktformular, eine Suche oder ein Filter sind weiterhin möglich, sie werden nur gezielt an der Stelle geladen, an der sie gebraucht werden, statt auf jeder Unterseite mitzufahren.

Der Vergleich, der bei meinen Kunden am besten hängen bleibt, kommt aus der Küche. WordPress ist der Koch, der bei jeder Bestellung frisch ans Werk geht. Astro ist die Bäckerei, die morgens einmal backt und danach nur noch über die Theke reicht. Für ein Menü nach Wunsch brauchen Sie den Koch. Für ein Brötchen, das jeden Tag gleich aussieht, ist die Bäckerei schneller, günstiger und weniger anfällig. Ihre Leistungsseite ist ein Brötchen.

Was der Unterschied für Ihren Betrieb bedeutet

Technik interessiert Sie vermutlich nur so weit, wie sie Ihr Geschäft berührt. Genau da wird der Unterschied greifbar: bei der Ladezeit auf dem Handy Ihrer Kunden, beim Risiko einer gehackten Seite, bei den Kosten, die jeden Monat abgehen, und bei der Zeit, die Sie die Pflege kostet.

Ladezeit und Sichtbarkeit bei Google

Google bewertet die Nutzererfahrung mit den Core Web Vitals. Drei Werte zählen: Der größte Inhaltsblock soll unter 2,5 Sekunden erscheinen, die Seite soll beim Laden nicht springen (Wert unter 0,1), und auf eine Eingabe soll die Seite in unter 200 Millisekunden reagieren. Diese Reaktionszeit heißt seit März 2024 INP und hat die frühere Kennzahl FID abgelöst. Fertiges HTML hat es hier leichter als eine Seite, die erst berechnet werden muss. Wichtig ist der Zusammenhang: Ladezeit ersetzt keine guten Inhalte, sie räumt nur die Hürden weg. Mehr dazu, was technisch wirklich zählt, steht in meinem Beitrag zu den technischen SEO-Grundlagen.

Dazu kommt: Google schaut sich seit 2021 zuerst die mobile Version Ihrer Seite an. Auf einem Handy im Baustellen-Funkloch ist der Unterschied zwischen einer schlanken und einer schweren Seite kein Messwert mehr, sondern ein Anruf, der nicht zustande kommt.

Sicherheit ohne Login-Formular

Eine statische Seite hat keinen Administrationsbereich, den jemand von außen aufrufen könnte. Es gibt kein Passwortfeld, das durchprobiert wird, keine Datenbank, die man auslesen könnte, und keine veraltete Erweiterung, die zum Einfallstor wird. Bei WordPress ist das anders gelagert. Die Software selbst ist solide gepflegt, das Risiko sitzt fast immer in Plugins, die niemand mehr aktualisiert. Deshalb gehört zu jeder WordPress-Seite ein Wartungsplan, sonst wird sie irgendwann zum Problem.

Texte ändern, ohne dass jemand kommen muss

Das ist der Punkt, an dem die meisten zögern, und er wird meist falsch verstanden. Bei WordPress melden Sie sich an, ändern den Text und speichern. Bei Astro bekommen Sie auf Wunsch ein kleines Redaktions-Backend, das genauso funktioniert: einloggen, Text ändern, speichern. Danach baut sich die Seite im Hintergrund automatisch neu, das dauert etwa eine Minute. Für Sie sieht der Vorgang gleich aus, nur die Maschinerie dahinter ist schlanker. Wer ohnehin nur zwei- oder dreimal im Jahr Öffnungszeiten und Preise anpasst, braucht dieses Backend gar nicht und schickt mir die Änderung einfach per Mail. Ehrlich gesagt ist genau das bei den meisten Handwerksbetrieben der Fall. Ein System, das keiner bedient, kostet trotzdem Wartung.

Kosten, die jeden Monat wiederkommen

Statische Seiten laufen bei Cloudflare Pages im kostenlosen Tarif, das SSL-Zertifikat kommt automatisch dazu. Übrig bleiben die Domain und, wenn Sie möchten, eine laufende Betreuung. WordPress braucht dagegen ein Hosting mit PHP und Datenbank, außerdem regelmäßige Update-Durchgänge und oft ein paar kostenpflichtige Plugins für Dinge wie Caching oder Sicherheit. Beides ist bezahlbar, nur summiert es sich beim einen jeden Monat und beim anderen kaum.

Rechnen Sie deshalb nie den Aufbau allein. Rechnen Sie drei Jahre. In dieser Zeit fallen bei einer gepflegten WordPress-Seite mehrere Dutzend Update-Durchgänge an, dazu Hosting und die Lizenzen der Erweiterungen. Bei einer statischen Seite steht auf derselben Rechnung fast nur die Domain. Der Unterschied ist selten dramatisch, aber er läuft in eine Richtung, und er läuft ohne Ihr Zutun weiter.

WordPress oder Astro im direkten Vergleich

Die kurze Antwort für die meisten kleinen und mittleren Betriebe: Für einen Firmenauftritt mit Leistungsseiten, Referenzen, Blog und Kontaktformular ist Astro die pflegeleichtere Basis. WordPress spielt seine Stärke aus, sobald viele Menschen täglich Inhalte einpflegen oder eine Spezialfunktion nur dort existiert.

KriteriumWordPressAstro
Ladezeit ohne ZusatzarbeitBraucht Caching und BildoptimierungFertiges HTML vom CDN
AngriffsflächeLogin, Datenbank, PluginsKein Login im Auslieferungspfad
WartungsaufwandLaufende Updates nötigNahezu keiner
HostingPHP und Datenbank nötigFree-Tier reicht meist
Seite ohne Cookie-BannerMöglich, aber oft von Plugins verhindertStandardfall bei sauberem Aufbau
Inhalte selbst pflegenBekanntes Backend, viele RollenRedaktions-Backend nachrüstbar
Spezielle ZusatzfunktionenRiesiges Plugin-AngebotIndividuell gebaut oder externer Dienst
Entwicklerwechsel späterSehr viele AnbieterKleinerer, wachsender Markt

Beim Cookie-Banner lohnt der Blick aufs Detail. Die Einwilligungspflicht steht in § 25 TDDDG, dem Gesetz, das bis zum 14. Mai 2024 TTDSG hieß. Ob Sie einen Banner brauchen, hängt nicht vom System ab, sondern davon, ob externe Dienste geladen werden. Bei Astro ist der saubere Weg einfach der bequemere. Warum sich das lohnt, habe ich für eine Website ohne Cookie-Banner ausführlich aufgeschrieben. Rechtsberatung ist das nicht, im Zweifel schaut ein Anwalt drüber.

Wann WordPress die bessere Wahl bleibt

Ich verkaufe niemandem einen Umbau, den er nicht braucht. Es gibt Situationen, in denen WordPress schlicht besser passt, und die sollte man beim Namen nennen, bevor Geld fließt. Die häufigsten drei: viele Redakteure, eine Spezialfunktion als Plugin, oder eine bestehende Seite, die einfach läuft.

Der Plugin-Fall taucht öfter auf, als man denkt. Manche Branchenlösungen für Terminbuchung, Mitgliederverwaltung oder Warenwirtschaft gibt es nur als WordPress-Erweiterung, samt Anbindung an das Programm, mit dem Sie sowieso arbeiten. So etwas eigens nachbauen zu lassen, ist teurer als die Wartung, die man sich damit spart. In diesem Fall bleibt WordPress die vernünftige Wahl, und wir kümmern uns lieber darum, die Seite schnell und sauber zu halten.

Dafür spricht

  • Mehrere Personen pflegen regelmäßig Inhalte und kennen das Backend bereits
  • Ein Branchen-Plugin gibt es nur für WordPress, etwa eine Buchungs- oder Mitgliederverwaltung
  • Redaktionelle Abläufe mit Rollen, Entwürfen und Freigaben sind ab Werk dabei
  • Die bestehende Seite läuft stabil und schnell genug, ein Umbau wäre reine Kosmetik

Dagegen spricht

  • Updates von Kern und Plugins müssen jemanden haben, der sie macht
  • Jedes zusätzliche Plugin kostet Ladezeit und vergrößert die Angriffsfläche
  • Externe Einbindungen ziehen schnell einen Cookie-Banner nach sich
  • Hosting und kostenpflichtige Erweiterungen laufen dauerhaft weiter

Bestehende Seiten migriere ich nicht aus Prinzip

Ein Teil meiner Kunden fährt weiter auf WordPress, und das ist völlig in Ordnung. Ich kümmere mich dort um Sichtbarkeit und technisches SEO, um Search Console, Sitemap und die Inhalte, ohne am Unterbau zu rütteln. Ein Wechsel ergibt Sinn, wenn ohnehin ein Redesign ansteht, wenn die Ladezeit trotz Optimierung nicht in den Griff zu bekommen ist oder wenn die Wartung mehr Zeit frisst als die Seite einbringt. Vorher nicht.

So finden Sie die passende Technik für Ihr Projekt

Am schnellsten kommen Sie zur Antwort, wenn Sie nicht über Systeme reden, sondern über Ihren Alltag. Vier Fragen reichen meistens, und keine davon ist technisch. Danach ist die Entscheidung in der Regel offensichtlich, und zwar in beide Richtungen.

Klären Sie, wer die Inhalte pflegt

Eine Person, die selten etwas ändert, braucht kein Redaktionssystem. Ein Team, das wöchentlich Beiträge veröffentlicht, schon.

Listen Sie die Funktionen auf, die wirklich gebraucht werden

Kontaktformular, Karte, Termine, Newsletter, Shop. Erst diese Liste entscheidet, ob ein Plugin-Ökosystem nötig ist.

Rechnen Sie die laufenden Kosten über drei Jahre

Hosting, Plugins, Wartung, Zeit für Updates. Nicht der Aufbau ist teuer, sondern das, was danach jeden Monat weiterläuft.

Fragen Sie nach dem Ausstieg, bevor Sie starten

Wem gehören Domain, Hosting und der Quellcode? Diese Frage gehört an den Anfang, nicht in die Trennung.

Wie ich neue Projekte aufsetze

Neue Websites baue ich mit Astro, Shops mit Shopify. Bei Kiese Fenstertechnik war das Ziel eine schnelle Seite mit direktem WhatsApp-Kontakt, weil dort die Anfragen wirklich reinkommen. Bei der Hebammenpraxis von Reka Waibl kam die Seite ohne Cookie-Banner aus, was bei Gesundheitsdaten spürbar entspannter ist. Für Baumaschinen Lindenthal stand die komplette Seite samt Google-Profil in zehn Werktagen. Mehr als zehn Websites und Shops sind so live gegangen, nachzulesen in meinen Referenzprojekten.

Woran Sie merken, dass Ihre jetzige Seite ein Problem hat

Warnzeichen im Alltag
  • Auf dem Handy dauert der Aufbau spürbar länger als bei Wettbewerbern
  • Sie wissen nicht, wann zuletzt jemand Updates eingespielt hat
  • Für jede Textänderung müssen Sie jemanden beauftragen und warten
  • Der Cookie-Banner steht da, obwohl Sie gar kein Tracking nutzen
  • Monatliche Kosten laufen für Dienste, die niemand mehr erklären kann

Treffen zwei oder mehr davon zu, lohnt ein nüchterner Blick auf den Unterbau. Das muss keine Migration werden. Oft reicht es, Ballast zu entfernen: ein paar ungenutzte Plugins abschalten, Schriften lokal ausliefern, Bilder in ein modernes Format bringen. Das ist schnell erledigt und bringt mehr als ein Systemwechsel aus Prinzip. Wenn ein Neubau ansteht, finden Sie Ablauf und Festpreise (Startpaket mit einer Seite 690 €, bis 6 Seiten ab 1.290 €) unter Website erstellen lassen.

Fazit

WordPress oder Astro ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage nach Ihrem Alltag. Möchten Sie eine Seite, die schnell lädt, kaum Wartung braucht und im Betrieb fast nichts kostet, ist Astro für einen Firmenauftritt die ruhigere Wahl. Pflegen mehrere Leute täglich Inhalte oder hängt Ihr Geschäft an einem bestimmten Plugin, bleibt WordPress richtig. Und wenn Ihre Seite heute einfach läuft, ist Stehenlassen die klügste Entscheidung von allen.

Häufige Fragen

Ist WordPress schlecht?

Nein. WordPress ist ausgereift, hat ein riesiges Ökosystem und ein Backend, das viele Menschen kennen. Es passt gut, wenn mehrere Leute regelmäßig Inhalte pflegen oder wenn Sie auf ein bestimmtes Plugin angewiesen sind. Der Preis dafür ist laufende Wartung, weil jedes Plugin ein eigenes Update-Risiko mitbringt.

Kann ich meine Texte bei einer Astro-Seite selbst ändern?

Ja. Auf Wunsch bekommen Sie ein kleines Redaktions-Backend, in dem Sie Texte, Bilder und Blogbeiträge im Browser bearbeiten. Nach dem Speichern baut sich die Seite automatisch neu. Wer nur ein paarmal im Jahr etwas ändert, schickt mir die Änderung stattdessen einfach per Mail.

Muss ich meine bestehende WordPress-Seite jetzt umbauen?

Nicht automatisch. Wenn Ihre Seite läuft, schnell genug ist und Sie keine Sicherheitsprobleme hatten, gibt es keinen Grund für einen Umbau. Ich betreue bestehende WordPress-Seiten bei SEO und Technik weiter. Ein Wechsel lohnt sich meist erst, wenn ohnehin ein Redesign ansteht.

Was kostet der Betrieb einer Astro-Website im Monat?

Das Hosting statischer Seiten läuft bei Cloudflare Pages im kostenlosen Tarif, SSL-Zertifikat inklusive. Es bleiben die Domain und, falls gewünscht, eine laufende Betreuung. Bei WordPress kommen Hosting mit PHP und Datenbank sowie regelmäßige Updates dazu.

Ist eine Astro-Seite automatisch ohne Cookie-Banner?

Nicht automatisch, aber es ist deutlich leichter. Entscheidend ist, ob externe Dienste eingebunden sind, also Schriften von fremden Servern, Karten-Einbindungen oder Tracking. Wenn all das lokal läuft oder wegfällt, braucht die Seite in der Regel keine Einwilligung nach § 25 TDDDG. Das ist keine Rechtsberatung, im Zweifel prüft das ein Anwalt.

Kann Astro auch einen Onlineshop?

Für echte Shops nehme ich Shopify statt eines Shop-Plugins. Astro ist für Websites gedacht: Firmenauftritt, Leistungsseiten, Blog, Landingpages. Wenn Sie Produkte, Zahlungen und Versand brauchen, ist eine eigene Shop-Plattform die stabilere Basis.

Was passiert, wenn wir uns später trennen?

Der Code Ihrer Astro-Seite liegt in einem Git-Repository, auf das Sie Zugriff bekommen. Domain und Hosting laufen auf Ihren eigenen Konten. Jeder andere Entwickler kann damit weiterarbeiten. Diese Frage sollten Sie übrigens jedem Dienstleister stellen, egal welche Technik er nutzt.

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie an: +49 1517 5046187

Sprechen wir über Ihr Projekt.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in 30 Minuten, was Ihre Website leisten soll, was sie kostet und wann sie fertig ist.

In der Region Osnabrück gern auch persönlich bei Ihnen.